Antragsteller*in

Jusos Rheinland-Pfalz

Zur Weiterleitung an

SPD-RLP Landesparteitag

Antragstext

Der Landesparteitag möge beschließen:

Wir fordern ein Verbot der Durchführung von privaten Feuerwerken sowie den öffentlichen Verkauf von Feuerwerkskörpern für private Haushalte/private Zwecke. Zeitgemäße Alternativen (Drohnenshows, Lichtshows etc.) sind zu fördern und auszubauen. Öffentliche Feuerwerke sollen auf lange Sicht ebenfalls durch diese Alternativen Schritt für Schritt ersetzt werden.

Der Jahreswechsel des Jahres 2022 auf 2023 hat uns noch einmal bewusst die Auswirkungen von Feuerwerk gezeigt. Besonders in die Öffentlichkeit rückten dabei die Ausschreitungen in Berlin und Hamburg, bei denen viele Menschen verletzt wurden.[1]

Nicht nur in diesem Extremfall, sondern auch in den Jahren zuvor sind rund um Silvester immer wieder Berichte von Menschen zu hören, die durch den Bau von Feuerwerkskörpern ums Leben kommen, oder sich auf Grund von leichtsinnigem Umgang schwer verletzen.

Dies führt an diesem Tag immer wieder zu unnötigen/vermeidbaren Verletzungen, die dann in ohnehin schon überfüllten Notaufnahmen behandelt werden müssen. Die Folge ist dann, dass dringende, unverschuldete Notfälle eine längere Wartezeit haben. Aus diesem Grund sehen wir den Verkauf von Feuerwerk an Privatpersonen als untragbar an und sind der Meinung, dass Feuerwerke nur noch von ausgebildeten Fachkräften durchgeführt werden sollten.

Ein Verbot von Feuerwerk würde nicht nur dazu führen, dass die Verletzungsgefahr für Menschen geringer wird, sondern auch Tiere weniger Stress ausgesetzt werden.

Die bunten Farben, aber vor allem die knallenden Geräusche für Haustiere, aber auch Tiere in der freien Wildbahn, bedeuten Gefahr. Sie nehmen diese Geräusche viel lauter wahr und können sie nicht einordnen.

Gerade der Stress den Haustiere haben, hat auch einen Einfluss auf das Leben ihrer Besitzer*innen. Diese müssen bei Veranstaltungen, bei denen klar ist, dass Feuerwerk im Spiel ist, viele Sicherheitsvorkehrungen treffen.

Feuerwerk hat aber nicht nur einen negativen Einfluss auf Tiere und Menschen, sondern auch auf die Umwelt.

Die Umweltbelastungen sind immens und in Zeiten der Klimakrise untragbar: Rund 2.050 Tonnen Feinstaub werden jährlich durch Feuerwerk freigesetzt, was ca. einem Prozent der gesamten freigesetzten Feinstaubmenge in Deutschland entspricht.[2] Für gesunde Menschen sind diese Mengen zwar unbedenklich, doch insbesondere für Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Erkrankungen an der Lunge kann diese zusätzliche Belastung (in Form von z.B. Asthmaanfälle oder Herzinfarkte) reizend bzw. sogar lebensgefährlich sein.

Pyrotechnik ist für uns keine zeitgemäße Maßnahme mehr, um Feierlichkeiten wie Silvester, Stadtfeste oder Ähnliches zu begleiten.

Für uns ist klar, dass die Zeit der öffentlichen Feuerwerke vorbei ist und Licht- und Drohnen-Shows die schonende Alternative sind. Aus diesem Grund plädieren wir dafür, dass auch öffentliche Feuerwerke, die vom Fachpersonal durchgeführt werden, auf ein Minimum beschränkt werden.

Lichtshows bieten die gleichen Effekte wie es Feuerwerke auch tun, nur dass diese für die Umwelt, Menschen und Tiere deutlich schonender sind.

Begründung:

Erfolgt mündlich.

[1] https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/silvester-krawalle-103.html

[2] https://www.umweltbundesamt.de/themen/luft/luftschadstoffe/feinstaub/feinstaub-durch-silvesterfeuerwerk