Antragssteller*in

N.N.

Zur Weiterleitung an

N.N.

Antragstext

Teile unserer Gesellschaft und konservative, politische
Kräfte propagieren auch heutzutage einen bestimmten Lebensentwurf als richtig.
Zwei eindeutig definierte Geschlechter und entsprechende Hetereosexualität – am
besten in einer klassischen Kernfamilienkonstellation. Die Diskriminierung von
Menschen die von diesem gesellschaftlich akzeptierten Lebensentwurf abweichen,
nimmt spürbar zu.

Homo- und Bisexuelle, sowie 
Intersexuelle und Transgender erfahren Ausgrenzung in sozialen Gruppen.
Besonders junge Menschen, die ihre Identität und Sexualität erst für sich
entdecken, haben es enorm schwer.

Verstärkt werden die vorherrschenden Verhältnisse durch
politische Hetze von rechts. Insbesondere die Alternative für Deutschland, die
sich mittlerweile im Politikbetrieb etabliert hat, betreibt ein systematisches
Programm gegen Vielfalt. Auch religiöse Tendenzen, die sich klar gegen sexuelle
Vielfalt und Toleranz aussprechen sind in unserer Gesellschaft deutlich
wahrnehmbar.

Nicht zuletzt scheinen auch viele Menschen in der
„bürgerlichen Mitte“ noch nicht das erforderliche Maß an Respekt und Toleranz
aufzubringen. Die Diskriminierung von insbesondere Homosexuellen hat sich
unserer Sprache verankert und der Abwertung von Transmenschen wird oft nichts
entgegengesetzt.

Es ist höchste Zeit zu handeln, und sexuelle Vielfalt und
eine tolerante Lebensweise in unserer Gesellschaft zu fördern!

Um frühzeitig ein Bewusstsein für sexuelle Vielfalt und
Toleranz gewährleisten zu können, muss das Thema bereits in Schulen behandelt
werden.

Hierzu bedarf es insbesondere eine Unterstützung des
Landesnetzwerks „SCHLAU“.

  • Die
    Jusos Rheinland-Pfalz fordern daher die Schaffung einer eigenen Stelle im
    Bildungsministerium oder der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD)
    für das Thema „Sexuelle Viefalt an Schulen“
  • Die
    bisherige Bewerbung der Initiative SCHLAU und ihrer Arbeit durch
    EPOS-Briefe und Mund-zu-Mund-Propaganda ist nicht ausreichend und muss
    verstärkt werden. Die neu geschaffene Stelle in Ministerium oder ADD soll
    unter anderem die Aufgabe haben, alle Schulen zu kontaktieren und eine
    Rücksprache über das Angebot von SCHLAU zu halten
  • An
    jeder Schule muss ein*e Ansprechpartner*in für das Thema Vielfalt
    geschaffen werden. Die Aufgabe kann entweder durch eine*n Lehrer*in oder
    Schulsozialarbeiter*innen wahrgenommen werden, bedarf allerdings einer
    entsprechenden Entlastung oder Freistellung
  • Wir
    fordern die Einführung eines Zertifizierungsprozesses und eines Siegels
    „Schule der Vielfalt“ nach dem Vorbild „Schule ohne Rassismus-Schule mit
    Courage“, um Schulen die sich besonders stark für das Thema sexuelle
    Vielfalt engagieren auszuzeichnen
  • Wir
    fordern zudem die verpflichtende Integration des Themas sexuelle Vielfalt
    in den Lehrplan und die Verankerung in Schulbüchern. Das Thema soll ab der
    achten Klasse an einem landesweiten Projekttag zum Thema Vielfalt und
    Menschenrechte behandelt werden, der einzuführen ist
  • Die
    ehrenamtlich Beschäftigten von SCHLAU sollen entsprechend einer PES-Stelle
    angestellt und vergütet werden.

Begründung:

SCHLAU versteht sich als Bildungsprojekt im
Sinne einer Demokratienetwicklung und entstand als Initiative von QueerNet
Rheinland-Pfalz e.V., dem Netzwerk der Initiativen und Vereine von Schwulen,
Lesben, Bi, und Trans* in Rheinland-Pfalz. Es ist nach dem Vorbild des seit dem
Jahr 2000 laufenden Projektes SchLAu (Schwul Lesbische Aufklärung) in
Nordrhein-Westfalen ausgestaltet. Lokale Gruppen in Mainz, Trier,
Kaiserslautern und Landau leisten seit dem Jahr 2010 mit ehrenamtlichen
Teamer*innen Arbeit in Schulen in ganz Rheinland-Pfalz.

Die Arbeit von SCHLAU ist wichtig, denn das
Thema sexuelle Identität ist bisher sehr wenig erforscht. Für die Problematik
muss Sichtbarkeit geschaffen werden. SCHLAU